Weinbau in der Champagne – Die Anfänge
Die frühe Geschichte des Weinbaus in der Champagne – von den Römern bis zur prägenden Rolle der Kirche.

Der Weinbau in der Champagne reicht weit zurück – lange bevor der berühmte Schaumwein überhaupt existierte.
Die römische Ära (1. – 5. Jh. n. Chr.)
Die ersten Weinreben in der Champagne wurden höchstwahrscheinlich von den Römern eingeführt, wahrscheinlich im 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. Die Region um Reims – damals Durocortorum genannt – war eine bedeutende römische Provinzhauptstadt, und der Weinbau folgte der römischen Expansion naturgemäß nach Norden.
Die Kirche als treibende Kraft (5. – 10. Jh.)
Nach dem Zerfall des Römischen Reiches übernahm die christliche Kirche die entscheidende Rolle:
– Die Bischöfe von Reims besaßen ausgedehnte Weinberge, da Wein für die Messe unentbehrlich war
– Die Krönung der französischen Könige in der Kathedrale von Reims schuf enormes Prestige für die Region
– Klöster kultivierten und verfeinerten den Weinbau systematisch
Der Stil des frühen Champagner-Weins
Wichtig zu verstehen: Der Wein der Champagne war damals ein stiller Rotwein – hauptsächlich aus Pinot Noir. Er galt als leicht, elegant und wurde am Hofe sehr geschätzt. Die Champenois konkurrierten direkt mit dem Burgund und waren stolz auf ihre roten Weine.
Weißwein spielte zunächst eine untergeordnete Rolle, gewann aber im Laufe des Mittelalters an Bedeutung – besonders in der Côte des Blancs.
Die geografische Herausforderung
Das Klima der Champagne war für den Weinbau eigentlich grenzwertig – zu kalt, kurze Vegetationsperiode, kalkreicher Boden. Paradoxerweise waren genau diese Bedingungen später der Schlüssel zum einzigartigen Charakter des Champagners. Die Winzer mussten früh lernen, mit schwierigen Jahrgängen umzugehen.


